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Brief zu Ostern 2013 von Diakon G.Jonissek | St. Bernward, Hannover

Brief zu Ostern 2013 von Diakon G.Jonissek

Liebe, in brennender österlichen Freude lebende, Gemeinde.

 

Wie ein Lauffeuer ging es an jenem 13. März 2013 um 19.06 Uhr durch die Medien. Die ganze Welt hat es innerhalb nur weniger Augenblicke gleichzeitig erfahren: Habemus papam. Wir haben einen neuen Papst.

Über das Fernsehen und das Internet konnten wir live dabei sein, und am nächsten Morgen war das Bild des neuen Oberhauptes in den Zeitungen zu sehen.

Begeisterung, Jubel, gute Wünsche und Gebete überall auf der Welt waren zu spüren. Vor nunmehr auch bald 2000 Jahren hat es schon ein wenig länger gedauert, ehe sich die gute, sensationelle, Nachricht verbreitet hat. Damals hieß diese frohe Botschaft: Jesus lebt, er ist wirklich auferstanden. Halleluja.

Erst einmal musste man das damals verarbeiten, für sich annehmen. Erst einmal war da eine Zeit zwischen hoffen und staunen, zwischen glauben und nicht glauben. Die neuen Medien gab es nicht und auch keine Livebilder vom leeren Grab.

Damals waren es Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht haben und sie weiter gegeben haben.

Die Frauen am Grab, die beiden Jünger, Maria von Magdala, ja selbst die Soldaten vor dem Grab, waren erste Zeugen, die das Gesehene weiter getragen haben. Manche ängstlich, voller Fragen, manche mit schon ein bisschen Freude und Überzeugungskraft in ihren Herzen.

Zwei von ihnen waren dann so etwas wie eine schnelle Internetleitung der damaligen Zeit. Es waren die beiden Emmausjünger, die sich noch in der gleichen Nacht auf den Weg gemacht haben, um ihre „News“ und das Erfahrene weiter zu geben.

Langsam verbreitete sich die Nachricht der Auferstehung in das ganze römische Reich hinein. Einfacher wurde es nicht in der Zeit der vielen Zweifel. Einfacher wurde es erst, als sie das Feuer des Heiligen Geistes erreicht hatte. Jetzt – einmal entfacht - ging auch ihre Botschaft wie ein Lauffeuer rund um die Welt: Ja, Jesus lebt. Er hat den Tod bezwungen. Für sich und für uns Menschen alle.

Und heute? Fast 2000 Jahre später? Haben wir doch das Feuer des Geistes auch für uns erfahren!

Heute sind wir die Boten dieser Botschaft. Heute sind wir aufgerufen den Menschen in aller Welt zu verkünden, dass dieser Jesus Christus auch heute noch lebt und in den Menschen und in seiner Kirche wirkt.

Mit allen Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen, darf dieses geschehen und die Möglichkeiten der Glaubensverbreitung sind groß geworden.

Eigener Glaube und ein vorgelebtes Beispiel sind dabei die besten und die überzeugendsten Informationsträger.

„Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod“, hat mir eine Frau vor dem Trauergespräch signalisiert. Wenige Tage nach der Beerdigung ihres Vaters habe ich sie in einem Gottesdienst wieder getroffen. „Doch, mit dem Glauben an ein ewiges Leben lässt es sich leichter leben. Ich will versuchen, das anzunehmen, was Paulus uns gesagt hat: Wenn Jesus auferstanden ist, dann werden wir alle auferstehen und in seiner Herrlichkeit leben.“

Für mich war dieses Erlebnis schon Ostern. Ich habe gesehen, wie diese Frau in ihrer unendlich tiefen Trauer auf-ge-standen ist.

Und wenn ich das Fest jetzt feiere gilt auch mir immer wieder aufs Neue der Auftrag, den Jesus der Maria am Grab gegeben hat: „Maria, geh zu meinen Brüdern und Schwestern und sagen ihnen, dass ich lebe“.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest. Den Segen des neuen Papstes und den Segen des auferstandenen Herrn Jesus Christus.

Gerhard Jonissek, Diakon