Neues aus dem Firmkurs

Der Kreuzweg um den Maschsee stand unter der Leitung von Pfarrer Lim von der kath. St. Heinrich-Gemeinde und Pastorin Merscher-Schüler von der evangelischen Südstadtgemeinde. Bei recht kühlem und windigen Wetter gingen unsere Firmbewerber zusammen mit den anderen jüngeren und älteren Teilnehmern, angeführt von einem Kreuzträger, an den Ufern des Sees entlang.

An sieben Stationen und natürlich auch im Gehen gedachte man der Passion Jesu, machte sich aber auch über die Bedeutung physischer und psychischer Leiden heutiger Menschen tiefere Gedanken. Manchen Teilnehmern mag der lachende Halleluja-Ruf eines vorbeifahrenden Radfahrers durchaus noch ein Schmunzeln ins Gesicht getrieben haben. Die teils mitleidvollen, teils amüsierten Reaktionen einiger Passanten haben vielleicht aber auch erahnen lassen, was der wehrlose Jesus angesichts von Hohn und Spott vor 2000 Jahren empfunden haben könnte.

Am Ende – es war bereits recht dunkel geworden – wartete der Gemeindebus von St. Heinrich mit einer kleinen Belohnung in Form von Fladenbrot und warmem Tee auf diejenigen, die bis zum Ziel durchgehalten hatten.

Der Besuch der Chrisam-Messe in Hildesheim wurde für die Firmbewerber und -Bewerberinnen zu einem weiteren außerordentlichen Erlebnis; zumindest für diejenigen, die zum ersten Mal daran teilnahmen. Die Anreise glich einer Sternfahrt. Der Gemeindebus, private PKW und die Deutsche Bahn brachten alle letztlich rechtzeitig zum Dom. Sitzplätze fanden allerdings die wenigsten – kein Wunder bei über 2000 Teilnehmern. Mitgebrachte Decken und der nackte Fußboden dienten einigen bereits als Sitzfläche.

Noch vor Betreten des Domes, schon auf dem Domhof fiel einigen Bischof Trelle auf. Er führte mit dem Laufrad eines Fahrrades in der Hand Gespräche mit Jugendlichen. Was es mit dem für einen Bischof ungewöhnlichen Handgepäck auf dem Weg zur Wirkungsstätte auf sich hatte, machte er in seiner recht lockeren und unkonventionellen Predigt kurze Zeit später deutlich:

Die Nabe, so Bischof Norbert, entspreche dem immer gleichen und unveränderbaren Zentrum des Lebens und der Welt, nämlich Gott. Die Speichen symbolisierten die Christen, gerade auch die anwesenden Jugendlichen. Sie seien auf das Zentrum ausgerichtet. Je mehr davon ein Rad enthalte, desto stabiler sei es. Die Lauffläche gleiche der Bodenhaftung, die ein Christ immer behalten müsse. Dabei komme es ganz besonders auf die Luft im Innern, den Heiligen Geist, an, der das leichte und sichere Rollen des Rades ermögliche.

Während der sehr lebendigen, über zwei Stunden währenden Messe erlebten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber natürlich auch die Älteren manche Höhepunkte: die Predigt des Bischofs, die moderne geistliche Musik, die aktive Teilnahme als Ministrantin oder in anderen liturgischen Diensten.

Für die Firmanden aus unserer Gemeinde war es wohl die Weihe der heiligen Öle, und hier gerade des Chrisam-Öls, mit dem sie am 13. August von der Hand des Bischofs geweiht werden sollen.

Oder waren es die vielen belegten Baguettes, die Getränke und die Gespräche miteinander und mit den Geistlichen auf dem Domhof nach der Messe?